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  • Titel: Septembergrau
    Fandom: Weiß Kreuz
    Pairing: Aya/Yohji, Hints auf Schu/Farf und Ken/Omi
    Genre: Lupenreine Romantik, Songfic
    Warnings: Sap, OOC
    Kommentar: Eines meiner liebsten Liebeslieder von Rosenstolz und Fieber = diese Fic. blabla = Yohjis PoV, /blabla/ = Ayas PoV.

~Septembergrau~

~Diese große Stadt in der du lebst
So 'ne kalte Stadt wenn's Winter wird
Allein
Und bald ein Jahr um~

Es war Samstag, und wie immer stand ich vor dem Spiegel, machte mich fertig für die Nacht. Was bei Anderen so was wie 'duschen, Schlafanzug an und ja nicht das Zähneputzen vergessen' heißt, war bei mir schlicht und ergreifend aufstylen. Zufrieden ließ ich den Blick über mein Spiegelbild gleiten. Das sah doch wirklich gut aus. Die Augenringe verschwanden unter meinem Make-up, das ich extra besorgt hatte und das auch eine lange Nacht überstehen würde, und unter dem ärmellosen T-Shirt würde niemandem auffallen, dass ich wieder dünner geworden war. Nein, ich musste mir keine Sorgen machen: Diese Nacht würde ich nicht alleine verbringen müssen. Endlich wieder durchschlafen können, betäubt vom Alkohol und einer schönen Frau... Waren doch tolle Aussichten, nicht? Relativ gut gelaunt verließ ich das Haus und fuhr zum "Club Cupid".

~So 'ne bunte Stadt und du fühlst grau
Schnelle Liebe macht dich langsam taub
Allein - so lange Zeit schon
So schwach - so viel gesehn~

/Ich hörte noch ein "Bin weg" durchs Haus hallen, dann das Klicken der Tür. Der Playboy hatte sich wieder auf Jagd begeben. Nun war es ganz ruhig. Ich lächelte still in mich hinein, als ich mich erinnerte, wem ich das verdankte. Ken war nämlich auf die Idee gekommen, unseren hauseigenen Chibi mit einer Fahrt nach Hokkaido zu überraschen. Nur sie beide, in einer abgelegen Skihütte in den Bergen... Natürlich ganz ohne Hintergedanken.

Nun musste ich doch lächeln, etwas, das ich mir nur erlaubte, wenn niemand in der Nähe war. Ich wünschte den beiden jedenfalls viel Glück und alles Gute, meinen Segen hatten sie. Meine gute Laune steigerte sich noch, als ich einen Blick aus dem Fenster warf. Es klingt vielleicht verrückt, aber ich mag es, wenn es regnet. Und das tat es in Mengen. Aber hier drinnen war es warm, ruhig und so richtig gemütlich, und neben mir lag ein Thriller, auf den ich mich schon länger freute. Es versprach, ein schöner Abend zu werden./

~Ich küss die Lichter für dich aus
Im Dunklem wirst du viel mehr sehn
Und du kannst schweigen
Wird jede Träne verstehn~

Von wegen 'tolle Aussichten'! Pah! Nicht einmal richtig volllaufen lassen konnte ich mich. Und an eine schöne Frau war auch nicht zu denken. Wie denn auch, wenn mir dieser Bastard von Mastermind über den Weg, oder eher die Tanzfläche, gelaufen war? Gott oder sonst wem da oben sei Dank, dass er mich nicht bemerkt hatte! War wohl zu sehr damit beschäftigt, Berseker die Mandeln rauszusaugen. Was DER da zu suchen hatte, will ich gar nicht wissen. Aber ich hielt es auch für ratsam, mich so schnell wie möglich zu verpissen. Und jetzt war es halb zwölf und ich war wieder zu Hause. Nach Aufreißen war mich wirklich nicht mehr zumute. Erstaunt sah ich, dass noch überall Licht an war. Anscheinend war Aya noch wach.

Okay, warum auch nicht? Wir hatten morgen ja frei. Also beschloss ich, ihm im Wohnzimmer Gesellschaft zu leisten, denn da saß er, wie immer in ein Buch vertieft. Ich ließ mich auf die Couch fallen und schaltete die Glotze ein. Es lief zwar nur der übliche Samstag-Nacht-Scheiß, doch es gab mir Gelegenheit, unseren kalten Anführer genauer zu betrachten. Unseren gutaussehenden, kalten Anführer, sollte ich wohl sagen. Denn das war er, wie er entspannt im Sessel saß, eine rote Strähne vor dem Gesicht, die violetten Augen auf das Buch, 'Tokio' von Mo Hayder, gesenkt. Wenn es ihm missfiel, dass ich mich hier breit machte, so zeigte er es zumindest nicht.  

~Ich schalt die Stadt für dich auf still
Die Ruhe lässt uns viel mehr hören
Du musst nichts sagen
Wird das Septembergrau zerstörn~

/Insgeheim wunderte ich mich sehr. Yohji war schon vor drei Uhr zu Hause? Und er sah nicht mal besoffen aus. Aber ich fragte nicht nach, das hätte nicht zu meinem Image gepasst. Schließlich war mir ja alles egal. Das dem nicht mehr so war, dafür hatte sein ansteckendes Strahlen schon vor langer Zeit gesorgt... aber in den letzten Wochen war es weniger geworden und schließlich gänzlich erloschen. Es war nur noch gespielt, ein schwacher Abklatsch. Aber da ich so etwas ja nicht bemerkte, hielt ich, wie eigentlich immer, die Klappe.

Er erhob sich schon wieder vom Sofa und verschwand mit einem gemurmeltem 'Ich rauch eine' in Richtung Dach. Schade, ich hätte ihn gerne noch ein wenig länger im Blickfeld gehabt. Ein Blick auf die Uhr sagte mir allerdings, dass ich bald schlafen sollte, wenn ich wie üblich um sechs aufstehen wollte. Aber mein wollte ich schon noch beenden, also vertiefte ich mich erneut darin.

Als ich das nächste Mal aufsah, war es halb eins - und Yohji war immer noch nicht zurück. Vielleicht sollte ich mal nach ihm sehen, Image hin oder her. Er war momentan so schlecht drauf, dass bei selbst bei mir bei den Worten 'Dach' und 'lange weg' die Alarmglocken klingelten./

~So 'ne trübe Stadt wenns Winter wird
Doch diese laute Stadt bricht dir das Herz
Das Grau besiegt deinen Willen
Denn du wirst niemals gehen~

Ich ging tatsächlich aufs Dach und rauchte, auch wenn es nur ein Vorwand war, um nicht so nah bei ihm zu sein. Ich wusste auch nicht, warum, aber in deiner Nähe wurde ich immer so nervös, auch wenn sie mir gut tat. Ich hockte mich auf den Dachsims und starrte in die graue Wolkendecke, die Tokio dieser Tage überzog. Noch immer regnete es, aber das machte mir wenig aus. Wen kümmerte es schon, wenn ich mich erkältete? Unter mir liefen einige Leute mit Schirmen, die meisten fuhren mit Auto von Disko zu Disko. Bis vor kurzem gehörte ich zu ihnen, war nur auf Spaß bedacht, doch nun war ich allein... Vielleicht hatten mir all diese glücklichen Paare -Omi und Ken und nun auch noch Mastermind und Berseker- einfach bewusst gemacht, was mir fehlte. Das der, den ich liebte, mich kaum beachtete. Ich befand mich in der größten Stadt der Welt und war einsam. Und das tat weh.

~Ich küss die Lichter für dich aus
Im Dunklem wirst du viel mehr sehen
Und du kannst schweigen
Wird jede Träne verstehn~

/Nach dem ich mein Buch verstaut und Tee aufgesetzt hatte, ging ich die Treppe zum Dach hinauf.  Leise, wie es so meine Art war, öffnete ich die Tür, schlüpfte hindurch und schloss sie ebenso geräuschlos. Was ich dann sah, verschlug mir für kurze Zeit den Atem. Yohji hockte da, nass bis auf die Knochen, und zog an einer längst erloschenen Zigarette. Bemerkt hatte er mich augenscheinlich nicht. Wie einsam und verloren er so aussah... fast wie ein Kind. Am liebsten würde ich zu ihm gehen und ihn trösten, aber gleichzeitig glomm Zorn in mir auf. Wollte er morgen unbedingt mit Fieber im Bett liegen? Wenn ja, war er gerade auf dem besten Weg dazu. Wir hatten Ende September, und er saß hier mit T-Shirt auf dem Dach! Eine neue Methode der Selbstbestrafung oder was? Entschlossen schritt ich auf ihn zu und packte ihn an der Schulter./

"Komm rein, es ist kalt."

~Ich schalt die Stadt für dich auf still
Die Ruhe lässt uns viel mehr hörn
Du musst nichts sagen
Werd das Septembergrau zerstörn~

Erschrocken fuhr ich hoch. Er war so leise, dass ich ihn gar nicht bemerkt hatte. Ich war gewillt, ihn mit irgendeinem Spruch abzuspeisen, aber mir fehlten die Worte, als ich in sein wunderschönes Gesicht sah, mit den nun auch nassen, blutroten Haaren, die einen wunderbar ästhetischen Kontrast zu der weißen Haut bildeten, und den funkelnden Amethysten seiner Augen. So ließ ich es willenlos geschehen, als Aya mich in das Wohnzimmer zog, auf dem Sofa platzierte und verschwand. Apathisch starrte ich auf den Boden. Erst jetzt bemerkte auch ich, wie kalt mir war und wie sehr ich zitterte. Kurze Zeit später erschien der Rotschopf wieder, drückte mir eine Decke mitsamt Handtuch in die Hand, die ich dankbar annahm und um mich wickelte. Dann reichte er mir eine Tasse dampfenden Tee und hockte sich mit seiner Eigenen neben mich.

Die ganze Zeit hatten wir kein Wort gesprochen, doch nun murmelte ich ohne ihn anzusehen: "Danke...". Er schwieg, aber ich fühlte seinen Blick auf mir ruhen. Dann fragte er ruhig: "Was ist los, Yohji?". Unsicher sah ich ihn an: "Was soll schon los sein?". Er antwortete nicht, aber ich merkte leicht, dass er mir nicht glaubte. Wieder begann ich zu zittern, immer im Blickkontakt mit diesen unglaublichen Augen.

Er schien kurz zu überlegen, dann stellte er seine Tasse auf den Tisch zu der meinigen. Fragend blickte ich ihn an. Was hatte er vor? Eine Sekunde später fand ich mich in einer Umarmung umfangen. Ich war vor Schreck erstarrt, wusste nicht, was ich tun sollte. Da konnte ich seine Stimme hören, ganz nah an meinem Ohr, sanft und leise, mit einem Unterton von Verzweiflung: "Bitte sag mir, was los ist!".  

Das war der Moment, in dem bei mir alle Dämme brachen. Ich bemerkte kaum, wie mir die Tränen über das Gesicht liefen, als ich endlich das sagte, was ich doch nie sagen wollte: "Ai... Ai shiteru...".

Darauf herrschte wieder Stille. Voller Verzweiflung ließ ich den Kopf hängen, in Erwartung, dass er mich gleich wegstoßen und als Perverser bezeichnen würdest. Aber nichts, gar nichts, geschah. Und das war fast noch schlimmer. Doch dann hörte ich, wie du flüstertest: "Ich heiße Ran." NANI?

~Ich küss die Lichter für dich aus
Im Dunkeln wirst du viel mehr sehn
Und du kannst schweigen
Wird jede Träne verstehn~

/Unwillkürlich muss ich grinsen, als ich seinen verdatterten Gesichtsausdruck sah. War wohl nicht wirklich das, womit er rechnete, was? Zärtlich legte ich ihm eine Hand an die Wange, fühlte, wie er sich sofort anschmiegte, beugte mich vor, um kurz vor seinem Gesicht zu stoppen. Mit einem langem Blick in diese grünen Seen wisperte ich: "Das soll heißen: Ich liebe dich auch!". Ich sah noch, wie er erleichtert seine Augen schloss, bis ich es ihm gleichtat und sanft seine weichen Lippen berührte. Sofort erwiderte er, langsam und zärtlich. Wir hielten uns längst eng umschlungen, meine rechte Hand lag in seinem Nacken, die linke strich über seinen Rücken. Irgendwann mussten wir den Kuss lösen, doch kuschelte er sich sofort in meine Halsbeuge.

Eine Weile saßen wir einfach so da, genossen die Stille und die Wärme des anderen, bis mir seine gleichzeitigen Atemzüge verrieten, dass du eingeschlafen warst. Lächelnd erhob ich mich und trug ihn in mein Bett, ohne die Umarmung zu lösen. Dort zog ich uns schnell Oberteile und Hosen aus (wir würden uns nachher doch noch erkälten, weil wir in nassen Sachen schliefen), bevor ich mich neben ihn legte. Sofort schmiegte der geschmeidige Körper sich wieder an mich. Kurz darauf fiel auch ich in einen langen und traumlosen Schlaf.

~Ich schalt die Stadt für dich auf still
Die Ruhe lässt uns viel mehr hörn
Du musst nichts sagen
Wird das Septembergrau zerstörn~

~Owari~

  • Titel: Augenblick
    Fandom: Herr der Ringe
    Pairing: Boromir/Faramir, Hints auf Legolas/Aragorn (mein eigtl Favo... *Kopf schüttel*) und Frodo/Sam
    Genre: Drama, Songfic
    Warnings: OOC hoch zehn, Inzest
    Kommentar: Noch eines meiner Lieblinge von Rosenstolz... aber ich hab mich bis jetzt noch nicht getraut, es irgendwo on zu stellen^^'

~Augenblick~ 

~Wenn das jetzt alles war

  Der letzte Morgen war

  Wär das der letzte Herbst

  Mein letztes Jahr

  Und müsst ich gehen~

 

Ich bereue es.

 

Ich bereue es wirklich zutiefst, Frodo.

 

Es tut mir furchtbar Leid, dass ich dich bedroht und angegriffen habe. Ich hätte es nicht tun sollen, das war mir in dem Moment klar, in dem ich die Angst in deinen Augen sah. Was habe ich nur angerichtet? Jetzt bist du fort. Aus Frucht vor mir. Vielleicht habe ich soeben den Untergang Mittelerdes eingeläutet. Aragorn hat dich nicht gefunden, das weißt ich, denn er kniet nun neben mir. Und die anderen zwei Halblinge haben die Orks entführt. Sie werden dir nicht helfen können. Ich hoffe, dass dich wenigstens der vierte von euch, mit dem du so eng verbunden bist, erreicht und dir etwas von deiner Bürde abnimmt.

 

Ja, ich habe sie bemerkt, eure ganz besondere Beziehung. Genau wie ich die Spannung zwischen dem Waldläufer und dem Elben fühlte. Und jedes Mal, wenn ihr Blicke tauschtet, euch kurz berührtet, gegenseitig Hoffnung schenktet, fühlte ich mich einsam. Weit entfernt von meinem Licht war ich allein in der Dunkelheit. Ich hätte ihrem Ruf wiederstehen sollen. Aber sie schien mir einen Moment lang , einen einzige, kurzen Moment lang, das einzige zu sein, was meinen Schatz beschützen könnte. Und da habe ich nachgegeben. Nicht lange, ich hatte mich bald wieder unter Kontrolle, aber es hat gereicht, dass du meinen Kampf erkanntest. Die Gefahr, die der Ring für alle, die dir nahe waren, war. Und deshalb bist du nun fort.

 

~Für dich den schönsten Blick

  Für dich den schönsten Blick

  Mein Augenblick

  Für dich den letzten Blick

  Für dich den letzten Blick

  Mein Augenblick

  Für dich

  Immer nur für dich

  Immer nur für dich...~

 

Was hast du in diesem Moment gesehen? Sahst du die Verzweiflung, die Sehnsucht in meinen Augen? Ich hoffe es sehr, denn nichts anderes war in mir. Und ist es immer noch. Doch wenn du es erkanntest, so bezogest du es bestimmt auf Gondor, auf meine Absicht, dort König und nicht nur Statthalter zu werden. Wie könntest du auch wissen, dass mein Herz in Wirklichkeit in ganz andere Richtungen schlug? Sicher liebe ich meine Heimat, aber ich bin doch sehr damit zufrieden, sie nur als Soldat und Feldherr zu verteidigen. Ich bin dazu geboren, dass raue Leben eines Kriegers zu führen, nicht das eines Denkers. Zum Herrscherdasein braucht es eine Weisheit, die ich nicht besitze. Ein Anderer sollte nach meinem Willen diesen Posten nach Vaters Tod übernehmen, jemand, der diese Gabe besitzt. Der, nach dem mein Herz sich sehnt.

 

Mein Bruder Faramir.

 

Soll ich dir unsere Geschichte erzählen, Frodo? Vielleicht sollte ich es. Du hast ein Recht darauf, auch wenn du es nicht direkt hören kannst. Aber dein Herz wird verstehen, sobald du ihn siehst, und vielleicht fällt dir dein Weg dann leichter.

 

~Nehm von dir was mit

  Und lass ein kleines Stück von mir bei dir

  Und ich pass sehr gut auf

  Damit es nie zerbricht

  Halt ich’s fest~

 

Ich war fünf, als meine Mutter starb. Erinnern tue ich mich kaum an sie, nur an ein bestimmtes Gefühl von Wärme und Familie. Nach diesem Tag gab es keine Familie mehr, aber die Wärme war noch da, strahlte selbst gegen die plötzliche Kälte meines Vaters an. Seltsam, nicht wahr? Ich war noch so klein, und alle sagten mir, Faramir hätte mir meine Mutter weggenommen, auch Denethor, den ich schon immer verehrte. Aber trotzdem habe ich dieses kleine Kerlchen, das mein Vater so hasste, sofort ins Herz geschlossen.

 

Weder meine Liebe noch der Hass unseres Vaters ist seitdem verloschen.

 

Denethor tyrannisiert meinen Bruder. Er macht es geschickt, nie spricht er beleidigend zu ihm, tut ihm gar Gewalt an, aber er lässt ihn stets verstehen, dass er für ihn ein Nichts ist. Nie wird nach Faramirs Meinung gefragt, kein Wort der Anerkennung oder des Lobes kommt über die Lippen unseres Statthalters. Das meinen Bruder irgendwann kaputt gemacht, weißt du, Frodo? Er liebt seinen Vater, genau wie ich. Aber ich bewundere Denethor und schätze ihn sehr, halte ihn jedoch nicht für unfehlbar. Und in dieser Sache hasse ich ihn von ganzem Herzen.

 

Doch meines Bruders Liebe ist bedingungslos. Er öffnet sein Herz nur selten, aber wenn wird er blind. Ich musste hart kämpfen, bis er mir vertraute. Unser Vater war der einzige, der sich diese Liebe nicht verdienen musste. Er hat sie abgelehnt.

 

~Für dich den schönsten Blick

  Für dich den schönsten Blick

  Mein Augenblick

  Für dich den letzten Blick

  Für dich den letzten Blick

  Mein Augenblick

  Für dich

  Immer nur für dich

  Immer nur für dich...~

 

Ich bewundere meinen Bruder. Überrascht, das von mir zu hören, Frodo? Ich, der stolze Krieger, soll meinen kleinen Bruder bewundern? Aber es ist so. Faramir ist ein wunderbarer Mensch. Er besitzt eine geistige Stärke, die der meinen überlegen ist. Ich weiß, dass ich mich manchmal wie ein Olifant in einem Halblinghaus benehme. Er dagegen ist feinfühlig und besitzt die Gabe, andere Menschen zu verstehen, obwohl er selbst doch so zerrissen ist. Ich denke, er ist unserem Vater vielleicht an Weisheit überlegen, in jedem Fall aber an Herzensgüte. Er würde nie seinen Sohn für einen Unfall hassen. Er nicht.

 

Er ist auch ein guter Krieger, auch wenn ich weiß, dass er dieses Handwerk nicht so liebt wie ich, es nicht einmal gerne ausführt. Ich habe viele Stunden damit verbracht, ihm den Umgang mit Schwert und Schild beizubringen. Diese gemeinsame verbrachten Stunden halfen uns beiden sehr, den Schatten, der über uns, unserem Vater uns und unserer Stadt fiel, zu vergessen. Auch nach dem Trainieren saßen wir oft noch zusammen. Einfach nur, um nicht allein zu sein. Wir konnten miteinander reden wie mit keinem Anderem, und mehr als einmal hielt ich ihn im Arm, wenn er fast an der Trauer übers Vaters Behandlung zerbrach. Wir waren beide so furchtbar einsam. Er, weil er von den Meisten, die es sich nicht mit ihrem Herrn verderben wollten, geschnitten und abfällig behandelt wurde. Ich, weil ebendieser mich so hoch stellte, dass niemand es wagte, mich zu erreichen. Vater tat wirklich alles, uns zu trennen. Er hat es nicht geschafft.

 

Ich liebe Faramir, Frodo. Er ist alles für mich. Aber ich weiß, dass er irgendwann an unserem Vater zerbrechen wird. Und deshalb wollte ich den Ring, wollte ihm eine Möglichkeit geben, sich von diesem Fluch zu befreien. Natürlich hätte es nicht funktioniert. Aber ich dachte es kurz. Und nun werde ich ihn nie wieder sehen.

 

~Für dich

  Immer nur für dich

  Immer, immer nur für dich~

 

Ich denke, du wirst es begreifen, wenn du ihn siehst. Würdest du dann sagen, wie sehr ich ihn liebe? Es gibt kaum Worte dafür, aber du wirst sie finden. Und sag ihm, dass es mir Leid tut. Es tut mir Leid.

 

~Für dich
  
Immer nur für dich...~    

~Ende~




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